Die Völklinger Hütte - Das Buch zum Weltkulturerbe im Internet - Buchseite 20

Die Völklinger Hütte / Textbereich - Nachwort - Buchseite 20

Nachwort aus freudigem Anlaß

Am 30. Juni 1992 entschied die saarländische Landesregierung, die zentralen Bauwerke des denkmalgeschützten Völklinger Hüttenensembles "weitestgehend" zu erhalten. Also Hochofengruppe, Sinteranlage, die Öfen I und III der Kokerei. Der vierjährige Zeitplan sieht folgendes vor:

1. Erhalt der Hochöfen I bis IV als Silhouette. Konservierung und Begehbarmachung 
des Hochofens VI

2. Stehenlassen der Sinteranlage ohne Um-Nutzung

3. Stehenlassen der Öfen I und III der Kokerei

4. Restaurierung des ehemaligen "Hochofenbüros"; Nutzung als Sitz der Völklinger
Geschichtswerkstatt und für Ausstellungszwecke

5. Anlegen eines Wegenetzes

6. Pflege und Sicherung des Geländes durch eine "Hüttenbauhütte"

7. Ausbau der kulturellen Nutzung sowohl der Gasgebläsehalle ("Hochschulwerkstatt
Kunst - Arbeit - Technik") und der Handwerkergasse (weitere Ateliers der 
Hochschule der Bildenden Künste Saar)

Möglich wurde diese Entscheidung der Landesregierung durch ein Gutachten der DHS- Dillinger Hütte Saarstahl AG. Dieses bestätigte, daß Abriß, Entsorgung und Revitalisierung teurer sind als der Erhalt der Anlage. Errechnet wurde von Saarstahl ein Finanzbedarf von 8 Millionen DM, verteilt auf vier Jahre. Dafür sollen " Drittmittel" eingeworben werden: unter anderem von der Deutschen Stiftung Umwelt, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Bundesinnenministerium.

Das Konzept entspricht in weiten Teilen den seit Jahren bekannten Vorschlägen des Landeskonservators Johann Peter Lüth. Dessen " Work-in-progress"-Strategie erlaubt eine schnelle Öffnung des Geländes für Besucher - und einen gelassenen Umgang mit der Kategorie Zeit. Saniert und gesichert wird in Schüben. Dort, wo es notwendig wird und wie Gelder vorhanden sind.

Das Kernstück des stillgelegten Teils der Völklinger Hütte ist damit gerettet. De facto entsteht bereits in der ersten Planungsstufe ein Freilichtmuseum. Ob dies weiterentwickelt wird zu einem technikgeschichtlichen Museum der Eisenverhüttung, ist offen. Johann Peter Lüth jedenfalls hat den Bereich der Sinteranlage und des Möllerbunkers für die weite Zukunft als inneren Museumskomplex vorgesehen, mithin als überdachte Gebäudeformation.

Weiterhin ungeklärt bleibt allerdings die Rolle des Völklinger Hüttenparks im Rahmen eines industriegeschichtlichen " Historischen Landesmuseums" .Denn dafür liegt noch kein Entwurf vor.

Entscheidend jedoch: Die Wege des Denkmals in die Zukunft sind endlich offen.


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